Kantonales Musikfest 2008
03.07.2008 von Claudia Brunner
Keine Angst vor Männedorf
Wir waren gut vorbereitet, hatten intensiv geprobt, und die Vorfreude war gross, der Wetterbericht sommerlich warm – es konnte also nichts mehr schief gehen.
Noch etwas verschlafen aber bei guter Laune trafen wir uns am 28. Juni 2008 um 07:20 Uhr am Bahnhof Niederhasli. 07:33 Uhr düsten wir mit der S5 Richtung Oerlikon. Ein Mal umsteigen und dann ab nach Männedorf.
Der Empfang am Männedorfer Bahnhof war toll. Jeder Verein bekam eine Begleiterin, eine Art "Gotti". Unser Gotti hiess Regula, und sie war uns von Anfang an sympathisch!
Als erstes führte uns Regula zum Begrüssungsapéro. Bei Kafi und Gipfeli, Mineral oder Orangensaft liessen wir das Abenteuer "Kantonales" starten. Mit einem Gesangsständchen feierten wir unsere zwei Geburtstagskinder Angi Brunner und Walter Burgener.
Weiter ging es ins Schulhaus Hasenacker zu unserem Instrumentendepot. Viel Zeit zum Auspacken blieb uns dort jedoch nicht. Wir mussten schon bald zur Marschmusikstrecke aufbrechen. Genau 10:20 Uhr hiess es "Richten". So standen wir also alle schön in Reih und Glied und warteten bis der Experte uns den Startschuss gab. Dieser war leider nicht sehr gut gelaunt – was sich auch bei seiner Bewertung wiederspiegelte. Jedefalls marschierten wir mehr oder weniger gerade, dafür mit den schönsten Ehrendamen des ganzen Festes, die Strasse hinunter und spielten den Musketiermarsch. Die Punktzahl von 90 war für uns in Ordnung, was uns jedenfalls NICHT den letzten Platz in der Rangliste einbrachte!
Zurück im Instrumentendepot war es auch schon Zeit für das Mittagessen. In der Sauna oder auch Festzelt nahmen wir das schon fast traditionelle Festmahl (Geschnetzeltes mit Teigwaren und Gemüse) zu uns. Lange hielten wir es in der Hitze nicht mehr aus, gingen wir draussen in den Schatten mit oder ohne Glacé.
Der grosse Moment, der Wettbewerbsvortrag rückte immer näher und wir wurden allmählich nervös. Bevor wir um 14:20 Uhr mit unserem Vortrag starteten, hatten wir die Möglichkeit uns einzuspielen und unser Dirigent, Martin Schiesser, packte die Gelegenheit, uns nochmals richtig zu motivieren.
Das Motto des Musikfestes lautete "Keine Angst vor Blasmusik". Und unser Motto lautete klar: "Keine Angst vor Männedorf".
Als wir aber in den Konzertsaal kamen, die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer und vor allem die Jury erblickten, wurde es uns schon ein wenig mulmig. Eine ungewohnte Situation für unseren jungen Mitglieder.
Wir starteten mit unserem Aufgabenstück, der "Fantasie on an English Folksong". Das Lampenfieber war spürbar bei allen von uns. Dies wirkte sich prompt auf die ersten Takte des Stückes aus. Doch wir fingen uns und konnten das Stück gut zu Ende bringen. Gleich anschliessend folgte das Selbstwahlstück, die "Rhapsody from Scotland". Bereits besser an die Wettbewerbssituation gewöhnt lief es uns hier von Anfang an gut.
Das zeigte sich dann auch in der Bewertung. Im Selbstwahlstück konnten wir mehr Punkte erspielen. Für beide Stücke zusammen kamen wir auf ein Gesamttotal von 280 Punkten (Eigentlich sind es nur 279.5 Punkte. Aber es nimmt uns wohl niemand übel, wenn wir diese Zahl aufrunden …
). Das brachte uns in der Tagesrangliste ins Mittelfeld. Wir dürfen mit unserer Leistung zufrieden sein.
Nach dem Wettspiel stand dann noch ein Fototermin auf dem Programm, an dem von uns ein wunderschönes Gruppenfoto gemacht wurde. Nachher trafen sich alle Vereine zum Gesamtchor. Ca. 650 Musikanten spielten zwei Märsche. Was für ein Erlebnis!
Nach dem Gesamtchor sorgte dann endlich der "Tenüfeez" für Erleichterung. Konzertschuhe wurden durch Schlarpen ersetzt, Kravattenknöpfe gelockert, Gilets ausgezogen, Knöpfe am Hemd geöffnet - ja, es war ganz schön heiss in Männedorf!
Dann ging es wieder ab ins Festzelt wo die Veteranenehrung und die Rangverkündigung stattfand. Das war der letzte offizielle Festakt des Tages, was aber natürlich nicht hiess, dass das Fest zu Ende war. Im Gegenteil, nun konnten wir so richtig loslegen und stürtzten uns in die verschiedenen Beizli und Bars, die uns das Dorffest von Männedorf bot. Wir feierten mit anderen Musikvereinen bis tief in die Nacht hinein und liessen so unser Abenteuer ausklingen.
Fazit des kantonalen Musikfestes: Musikalisch konnten wir mit einer soliden Leistung die Basis legen, um weiterzuschreiten und wissen, dass wir so auf dem richtigen Weg sind. Menschlich hat uns dieses gemeinsame Erlebnis und diese spezielle Erfahrung näher zusammengebracht. Wir konnten alle zusammen einen tollen Tag erleben und werden sicher noch lange von unseren Erlebnissen berichten. Eine Erfahrung die wir gerne wieder machen werden!
Ranglisten und Fotos vom Fest findet ihr unter www.maennedorffest.ch. Die Fotos auf unserer Page folgen.

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